Veranstaltungen 2011

dance n`de-fence - Soliparty für Bewegungsfreiheit am Samstag, 07. Mai 2011 | Juzi | ab 22 Uhr

Veranstaltungen 2010

"Aktionstag Medizin" im Uniklinikum Göttingen am Mittwoch, dem 08. Dezember 2010
Die MFH wird sich daran mit einem Info - Stand sowie einem Workshop beteiligen


Einsteiger_innen-Treffen der Medizinischen Flüchtlingshilfe am Donnerstag, den 28. Oktober 2010, um 18 Uhr Hörsaal 51 / 52 im Uniklinikum

BEATS AGAINST ALL BORDERS
Antirassistische Soli - Party am Freitag, den 19. Februar 2010, ab 22 Uhr im JUZI


Veranstaltungen 2009

Aktionstag Medizin am 02. Dezember 2009 im Klinikum Göttingen

IPPNW - Studierentreffen in Göttingen mit Vortrag der MFH am 07. November um 11 Uhr

Ausstellung "Leben im Verborgenen - Menschen ohne Pass und Papiere in Deutschland" vom 07. Oktober bis 04. November 2009 in der St. Johanniskirche

[Review]: Aktionstag in Göttingen am 17.10.09

Aktionstag am Samstag, den 17. Oktober, um 15 Uhr auf dem Göttinger Bahnhofsvorplatz

Vortrag mit Diskussion zum Thema "Medizinische Versorgung von Menschen ohne Papiere mit Bezug zur aktuellen Flüchtlingspolitik in Deutschland" am Mittwoch, den 30.09.2009 um 18 Uhr im Stadtteilbüro Leineberg

Workshop im Rahmen des Queer Feministischen Festival am 22. August 2009 im Café Kabale um 19 Uhr

Aktionswoche gegen Abschiebung vom 24. - 30. August 2009


Veranstaltungen 2007

Veranstaltung zum Widerstand im Abschiebgefängnis Büren September 2007


Veranstaltungen 2005

Vom Traum zum Trauma

Medizinische Versorgung und Unterstützung Illegalisierter in Göttingen

„SpuK“ – Projekt für eine effektive Gesundheitsversorgung

Invisible illegal in Europa

Gesundheitsversorgung Illegalisierter – ein europäischer Vergleich

„…dass sie uns nicht vergessen…“

Kinder ohne Papiere - Recht auf Bildung?


Presse

Artikel aus dem Tagessatz: Krank ohne Papiere



dance n`de-fence
Soliparty für Bewegungsfreiheit
Samstag, 07. Mai 2011 | Juzi | ab 22 Uhr




"Aktionstag Medizin" im Uniklinikum Göttingen am Mittwoch, dem
08. Dezember 2010

Die MFH wird sich mit einem Info - Stand und einem Workshop daran beteiligen

Die Medizinische Flüchtlingshilfe Göttingen e.V. ist eine Gruppe, die sich für Migrant_innen und Flüchtlingen ohne sicheren Aufenthaltsstatus einsetzt und in der Gesellschaft auf deren prekäre soziale Situation aufmerksam macht. Neben dieser Zielsetzung werden Flüchtlinge und Migrant_Innen konkret in medizinischen Fragen unterstützt und bei Bedarf an Ärzt_Innen weitervermittelt.
Wir möchten Euch einen kurzen Überblick über unsere Arbeit und die damit verbundenen Herausforderungen geben. In einem anschließenden interaktiven Workshop werden die Teilnehmer_Innen in verschiedene Rollen schlüpfen und einen Fall aus unserer Beratungsstelle nachspielen.
Vielleicht finden wir ja auch ein neues Konzept, wie die medizinische Versorgung und der Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe papierloser Menschen innerhalb Europas in Zukunft verbessert werden könnte?!

Der Workshop findet um 10.15 Uhr im HS 91/92 des Klinikums statt.
Wir freuen uns auf Euer Kommen!

Programm des Aktionstages: http://www.aktionstag-goettingen.de/index.html



Einsteiger_innen-Treffen der Medizinischen Flüchtlingshilfe:
Donnerstag, den 28.10.2010 um 18 Uhr im Hörsaal 51/52 im Uniklinikum

Wir suchen Unters
tützung und möchten unsere Arbeit gerne allen Interessierten vorstellen. Willkommen sind alle, die sich für die medizinische Versorgung illegalisierter Menschen und Menschen ohne Krankenversicherung interessieren. Gerne begrüßen wir auch Leute, die nicht Medizin oder auch gar nicht studieren, um unser Team mit allerhand unterschiedlicher Kompetenz auszustatten.


Wir freuen uns auf Euch!









BEATS AGAINST ALL BORDERS
Antirassistische Soli - Party am Freitag, den 19. Februar 2010, ab 22 Uhr im JUZI








Am Freitag, den 19. Februar 2010, ab 22 Uhr findet im Juzi eine antirassistische Soliparty statt.

Gründe gibt es leider genug: FRONTEX und die Jagd auf Menschen im Mittelmeer, rassistische Gesetze, Residenzpflicht, Lager, Gutscheinpraxis, mangelnde medizinische Versorgung. Und jetzt aktuell die bevorstehenden Deportationen der Roma ins Kosovo.

Antirassistische Arbeit kostet Geld – und aus diesem Grund findet BEATS AGAINST ALL BORDER statt. Ein Teil des Geldes ist für die Rechtsanwaltskosten für einen Asylantrag eines Menschen bestimmt, der Rest wird für andere antirassistische Arbeit verwendet.

WER BLEIBEN WILL, SOLL BLEIBEN!

NO BORDER, NO NATION! STOP DEPORTATION!





Aktionstag Medizin am 02. Dezember 2009 im Klinikum Göttingen





Abschiebung im Morgengrauen
Zeit: 11.15 - 12.00
Ort: HS 69
Vortragende: med. Flüchtlingshilfe Göttingen e.V.

Die medizinische Flüchtlingshilfe Göttingen präsentiert den Film "Abschiebung im Morgengrauen" mit anschließender Diskussionsrunde: In der Hamburger Ausländerbehörde wird tagtäglich über das Schicksal von Menschen entschieden, die ein "Leben auf dem Schleudersitz" führen: Asylsuchende, die länger als ein Jahrzehnt in Deutschland gelebt haben, deren Kinder hier geboren sind. In vielen Fällen sind sie in der Bundesrepublik aber nur geduldet, mal für weitere zwei oder drei Monate, mal aber auch nur bis zum nächsten Wochenende. Dann wird wieder neu entschieden, ob sie nicht doch zurück müssen - in ihr Herkunftsland, das für viele keine Heimat mehr ist, aus dem sie vor vielen Jahren geflohen sind. Der Film zeigt Bilder von der nächtlichen, überfallartigen Stürmung von Wohnungen mit einer Armada von Beamtinnen* und Polizei, dem Zusammentreiben von Familien, deren Verzweiflung und Verängstigung und das hastige zeitlich befristete Zusammenpacken der persönlichen Sachen - erschütternde Szenen, die eine Ungeheuerlichkeit darstellen und gleichermaßen beschämen, wie empören.

http://www.aktionstag-goettingen.de/programm2009.html





IPPNW - Studierentreffen in Göttingen mit Vortrag der MFH am 07. November um 11 Uhr



ippnw


Blickwinkel - Einsichten - Aussichten
Ab jetzt könnt ihr euch zum IPPNW-Studierendentreffen 2009 anmelden.
Wir freuen uns sehr, euch vom 6.-8. November ins schöne Göttingen einzuladen.
Euch erwarten viele nette Leute und ein interessantes Programm.
Hinter dem Titel "Blickwinkel - Einsichten - Aussichten" verbirgt sich die ganze Bandbreite von IPPNW nahen Themen. Es wird sowohl spannende Workshops für IPPNW Neulinge als auch für die alten Hasen geben.
Übernachten werdet ihr in der Jugendherberge, die auch über ausreichend Gemeinschaftsräume verfügt. Tagsüber werden wir vor allem im Klinikum sein.
Also zögert nicht lange, nutzt den Frühbucherrabatt und meldet euch an. Das Programm folgt, sobald es fertig ist.
Wir freuen uns auf euch!
Eure Göttinger und Hannoveraner

aus Auszug von der Homepage





Ausstellung "Leben im Verborgenen - Menschen ohne Pass und Papiere in Deutschland" vom 07. Oktober bis 04. November 2009 in der St. Johanniskirche


Die Ausstellung ‚Leben im Verborgenen’ schafft Öffentlichkeit für die miserable Lebenssituation von Menschen ohne Pass und Papieren. Sie nimmt Einfluss auf die politische Debatte. Ziel ist es, soziale Mindeststandards und ihre Menschenrechte für illegalisierte Migrantinnen und Migranten in Deutschland einzufordern.
Die Ausstellung zeigt, wie kirchliche und diakonische Einrichtungen den betroffenen Menschen helfen, trotz der strengen rechtlichen Rahmenbedingungen. Wir sind der Überzeugung: Die Menschenrechte müssen für alle Menschen gelten, auch für diejenigen, die kein gesetzliches Aufenthaltsrecht haben. Ihre medizinische Versorgung muss sichergestellt werden. Ihre Kinder müssen zur Schule gehen dürfen. Sie haben ein Recht auf faire Arbeitsbedingungen. Hilfeleistungen müssen straffrei sein. Alle Menschen haben ein Recht auf ein Leben in Freiheit und Würde.
Leben im Verborgenen’ ist eine multimediale Ausstellung. In Bild-, Text- und Tondokumenten wird die Lebenssituation von Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung dargestellt. Für die Ausstellung wurden persönliche Interviews mit Menschen ohne Pass und Papiere in Niedersachsen, Hamburg und Bremen geführt. Die Interviews sind exemplarisch und wurden für die Ausstellung anonymisiert.
An fünf Säulen dokumentieren großflächige Bildtafeln und Texte die Lage der „Illegalen“. Ihre Aussagen werden konfrontiert mit dem Text der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Jede Säule widmet sich einem Schwerpunktthema: Einführung in das Thema, Alltag (Wohnen/Schlafen), Arbeit, Gesundheit, Bildung. Zusätzlich können die Besucher/innen den persönlichen Erfahrungen von Menschen ohne Pass und Papiere über Einohrhörer zuhören. Die Eingangstafel ist eine sprechende Tafel, der man sich mit dem Ohr nähern muss, um die Aussagen zu verstehen.

Die Ausstellung wird vom 07. Oktober bis 04. November 2009 in der St. Johanniskirche gezeigt. Geöffnet ist sie werktags von 11 bis 13 Uhr und von 16 bis 18 Uhr.
Die Eröffnung findet am Mittwoch dem 07. Oktober 2009 um 18 Uhr mit einem Einführungsvortrag von Pastorin Fanny Dethloff, Flüchtlingsbeauftragte der Nordelbischen Kirche und Vorsitzende der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft „Asyl in der Kirche“ statt.

Weiteres Begleitprogramm:
Film „Hotel Sahara“ (mit Diskussion) im Lumiere
Montag, den 12. Oktober, um 20 Uhr
Dienstag, den 13. Oktober, um 20 Uhr
Mittwoch, den 14. Oktober, um 22 Uhr


Die Ausstellung wird präsentiert von
dem Ökumenischen Arbeitskreis „Flucht und Asyl“ Göttinger Gemeinden,
dem Migrationszentrum Göttingen,
der Medizinischen Flüchtlingshilfe Göttingen e.V. und
der ev. Luth. Kirchengemeinde St. Johannis



[Review]: Aktionstag in Göttingen am 17.10.09

Zum Anlass des sogenannten „World Health Summit“, der vom 16.-18. Oktober in Berlin stattfand, beteiligte sich die Medizinische Flüchtlingshilfe Göttingen e.V. am Samstag, dem 17.10. mit
verschiedenen Aktionen in Göttingen an einem dezentralen und bundesweiten Protesttag. Der Protest stützt sich auf ein breites Bündnis u.a. aus Organisationen von Mediziner/innen wie IPPNW und dem Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte, entwicklungspolitischen Organisationen wie dem Evangelischen Entwicklungsdienst, Gewerkschaften und Flüchtlingshilfen. Am 17. Oktober 2009 beteiligte sich die Medizinische Flüchtlingshilfe Göttingen mit eigenen Aktionen an den bundesweiten Protesten gegen den World Health Summit vom 15. bis 18. Oktober 2009 in Berlin. Dieser fand angesichts des 300 jährigem Bestehen der Berliner Charité unter Schirmherrschaft von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy statt. Auf dem Programm standen Überlegungen, wie Forschung und private Gesundheitswirtschaft zur Verbesserung individueller Versorgung beitragen können, jedoch nicht Fragen der öffentlichen Gesundheitsfürsorge. Es besteht die Gefahr, das das Thema Gesundheit zu einer Ware wird, die nur noch von technischen und betriebwirtschaftlichen Kriterien bestimmt wird.

Schon vor dem Beginn der eigentlichen Aktion wurden Luftballons auf der Verkehrsinsel in der Berliner Straße, die sich direkt vor dem Göttinger Bahnhof befindet, aufgestellt. Auf einer Reihe von Ballons wurde jeweils ein Buchstabe geschrieben, gelesen ergab es „Gesundheitsversorgung für alle“. Außerdem wurde ein Transparent mit der Aufschrift „Gesundheitsversorgung und Bleiberecht für alle“ zwischen zwei Bäumen auf die Verkehrsinsel aufgespannt. Schon während des Aufbaus wurden themenbezogene Flyer an vorbeigehende Passant/Innen verteilt. Die Ballons und das Transparent zog viele neugierige Blicke an, sodass viele Menschen langsam gingen um die Texte zu lesen.

Um 15 Uhr startete der Aktionstag auf dem Bahnhofsvorplatz, einige Meter vor dem Haupteingang, sodass alle Ankommenden und Abreisenden das Transparent sehen konnten. Außerdem wurden themenbezogene sowie Flyer von der Medizinischen Füchtlingshilfe verteilt. Schon nach kurzer Zeit konnten es sich zwei Sicherheitskräfte der Deutschen Bahn nicht nehmen, an uns heranzutreten. Ihre Forderung war, das wir mit dem Transparent zwei Meter Richtung Berliner Straße gehen sollten. Kompromiss unsererseits war ein Meter. Die beiden Sicherheitskräfte gingen daraufhin wieder in die Eingangshalle und stellten sich so auf, das sie uns genau beobachten konnten.

Nach ca. 45 Minuten gingen wir in die Eingangshalle und einige von uns spielten ein Straßentheaterstück. Eine/r knickte mit dem Fuß um und blieb mit Schmerzen auf dem Boden liegen. Ein „Passant“ blieb stehen, um dem „Verunfallten“ zu helfen. Er sagte der Verletzte müsse aufgrund der Verletzung in ein Krankenhaus. Dieser versuchte daraufhin aufzustehen um zu fliehen, knickte aber erneut um. Dabei sagte er: „Nein, nicht ins Krankenhaus. Ich hab doch keine Versicherung.“ Einige Passantinnen blieben aufmerksam stehen. Danach wurde was zu dem Stück und der Situation von Menschen ohne Papiere gesagt. Es sollte auf die mangelnde Gesundheitsversorgung von diesen Menschen hingewiesen werden. Zwar können sie im Notfall ins Krankenhaus bzw. zum Arzt, die wenigsten nehmen dieses jedoch aus Angst vor ihrer Entdeckung und Abschiebung wahr. So gehen viele erst sehr spät zum Arzt, oftmals erst ,wenn eine Krankheit schon sehr weit fortgeschritten ist. Es existieren auch Fälle, in denen dieses Aufsuchen von medizinischer Behandlung zum Tod von Menschen geführt haben.

Weiter ging es dann in Richtung Innenstadt zum Rathausplatz. Auf dem Weg wurden ebenfalls Flyer verteilt. Auf dem Marktplatz positionierten wir uns mit dem Transparent . Das nächste Theaterstück folgte. Ein Mensch fegte die Straße mit einem Besen. Dieser war mit einem Schild als „Papierlos“ zu erkennen. Daraufhin erschien ein Mensch mit dem Schild „Arbeitgeber“. Er beschwerte sich lautstark bei dem „Papierlosen“ über dessen schlechte Arbeit. Dieser versuchte sich zur Wehr zu setzen und entgegnete seinem „Arbeitgeber“, das er sehr viel und sehr verlässlich arbeiten würde. Außerdem würde er ihm auch noch Lohn für drei Monate schulden. Darauf entgegnete der „Arbeitgeber“, das der „Papierlose“ doch zum Gericht gehen soll, wenn es ihm so schlecht geht. Auch hier blieben einige Passantinnen neugierig stehen und verfolgten das Theaterstück. Anschließend wurde das Stück und die Situation erklärt. Menschen ohne Papiere stellen in vielen Bereichen einen großen Anteil von Arbeiter/Innen, wie z.B. beim Bau, bei häuslichen Reinigungsarbeiten und in der Gastronomie. Diese Menschen bekommen nur einen geringen Teil vom normalen Lohn und werden häufig für gefährliche Arbeiten eingesetzt. Dabei haben sie keine Rechte und auch keine Möglichkeiten vor ein Arbeitsgericht zu gehen.

Zusammenfassend läßt sich sagen, das dieser Aktionstag viele Menschen auf die Lage von Menschen ohne Papiere aufmerksam machen sollte. Es gab oftmals eine positive Resonanz auf das Theaterstück bzw die Forderungen. Selbstverständlich gab es auch ein einige „Durchgeknallte“, die der Meinung waren, das Abschiebung sinnvoll ist. Letztendlich ein erfolgreicher Aktionstag, der sicherlich mit anderen Aktionen wiederholt wird.


*Keine Grenzen*
*Keine Nationen*
*Abschiebungen stoppen*
*Globale Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte für alle Menschen*









siehe auch http://de.indymedia.org/2009/10/264172.shtml




Aktionstag am Samstag, den 17. Oktober, um 15 Uhr auf dem Göttinger Bahnhofsvorplatz





Am 17. Oktober 2009 veranstaltet die MFH einen Aktionstag am Bahnhof in Göttingen. Es wird einen Infostand, ein Straßentheater und ein paar "specials" geben. Diese Aktion wird zwar auf dem Bahnhofsvorplatz beginnen, sich aber nach einiger Zeit in Richtung Innenstadt in Bewegung setzen. Also, alle die sich daran beteiligen wollen, sollten sich entweder beeilen oder in der Innenstadt nach uns Ausschau halten.
Anlaß sind die rassistischen Gesetze, die gegen Migrant/Innen gerichtet sind. Somit haben diese Menschen nicht die gleichen Rechte wie z.B. Deutsche. Auch ist ihre Gesundheitsversorgung nicht ausreichend gesichert. Besonders betroffen sind davon Menschen ohne Papiere, die sich zumeist nicht trauen zum Arzt zugehen, aus Angst entdeckt zu werden. Um auf die Situation all dieser Menschen aufmerksam zu machen, beteiligen wir uns an dem bundesweiten Aktionstag, der von verschiedenen Gruppen bundesweit durchgeführt wird.
In Berlin wird z.B. die Alternativkonferenz "Public Eye on Berlin" am 16.10.2009 stattfinden, die sich gegen den World Health Summit vom 15. bis 18.10.2009 in Berlin richtet. Der World Health Summit wird von der Berliner Charité unter Schirmherrschaft von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy veranstaltet. "Nicht Fragen der öffentlichen Gesundheitsfürsorge bestimmen das Programm des Berliner Gipfels, sondern Überlegungen, wie Forschung und private Gesundheitswirtschaft zur Verbesserung individueller Versorgung beitragen können. Damit droht das öffentliche Gut Gesundheit zu einer Ware zu werden, die nur noch von technischen und betriebwirtschaftlichen Kriterien bestimmt wird."
Info`s unter http://www.medibuero.de/de/News/Proteste_gegen_WorldHealthSummit_in_Berlin.html



Presseerkärung zum Aktionstag


Protest gegen „World Health Summit“ - Gesundheitsversorgung und gerechte Lebensbedingungen für alle!

Zum Anlass des sogenannten „World Health Summit“, der vom 16.-18. Oktober in Berlin stattfindet, beteiligt die Medizinische Flüchtlingshilfe Göttingen e.V. sich am Samstag, dem 17.10. mit verschiedenen Aktionen in Göttingen an einem dezentralen bundesweiten Protesttag. Der Protest stützt sich auf ein breites Bündnis u.a. aus Organisationen von Mediziner/innen wie IPPNW und dem Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte, entwicklungspolitischen Organisationen wie dem Evangelischen Entwicklungsdienst, Gewerkschaften und Flüchtlingshilfen.

Ab 15:00 Uhr wird es in Göttingen auf dem Bahnhofsvorplatz und später in der Innenstadt unter anderem ein Straßentheater und Informationen über den Gipfel und Probleme bei der Gesundheitsversorgung von Migrant/innen geben.

Dazu eine Sprecherin der Medizinischen Flüchtlingshilfe Göttingen: „Migrant/innen, insbesondere wenn sie keine Papiere haben, befinden sich häufig in einer besonders belastenden Lebenssituation mit unsicherer Lebensperspektive, Angst vor Entdeckung und erschwertem Zugang zu sozialer Infrastruktur. Deren Probleme, wie überhaupt die Probleme mittelloser Menschen auf der ganzen Welt, werden aber auf dem „Welt“-Gesundheitsgipfel nicht berücksichtigt und ihre Interessen nicht
vertreten. Damit entsteht auch im Bereich der Gesundheit ein demokratisch nicht legitimiertes Gremium wie der G8-Gipfel, in dem Entscheidungen für die ganze Welt getroffen werden sollen. Wir sehen den sogenannten „Weltgesundheitsgipfel“ als Teil des Problems eines ungleichen Zugangs zu medizinischer Versorgung und ungleicher Lebensbedingungen in Deutschland und auf der ganzen Welt. Er ist nicht Teil der Lösung.“

Auch wenn der Anlass dieses bundesweiten Aktionstages der „World Health Summit“ in Berlin ist, sieht die Medizinische Flüchtlingshilfe neben der unzureichenden medizinischen Versorgung noch mehr Gründe zum Protest gegen die Lebensbedingungen von Migrant/innen in Deutschland als
Kehrseite weltweit ungleicher Lebensbedingungen.

Der Bahnhofsvorplatz ist bewusst gewählt, hier wirkt mit der Residenzpflicht eine besonders einschneidende Einschränkungen gehört, denen Migrant/Innen unterliegen. Dieses Gesetz verbietet es Menschen mit dem Duldungs- oder Asylbewerber/innenstatus, ihren zugeteilten Bezirk bzw. Landkreis zu verlassen. In Niedersachsen ist außerdem die Praxis der Gutscheinvergabe an Flüchtlinge noch gängig: Menschen, die unter das Asylbewerberleistungsgesetz fallen bekommen nicht Geld, sondern Gutscheine, die ihnen nur die Möglichkeit geben, in bestimmten Geschäften eine eingeschränkte Auswahl an Produkten zu kaufen. Dadurch werden sie jedes mal an der Kasse stigmatisiert. Das wenige Geld, welches bar ausgezahlt wird (Höchstfall 50 Euro im Monat), reicht häufig nicht, um Rechtsanwaltskosten zu begleichen oder zu telefonieren, gerade da die Lager, in denen die Menschen untergebracht werden, meistens außerhalb der Städte liegen und die Fahrtkosten für öffentlichen Verkehrsmitteln auch von diesem „Taschengeld“ bezahlt werden müssen.

Die bewusst gewählte Entfernung der Lager zur Stadt gehört zur systematischen Isolierung der Migrant/Innen. So werden sie samt ihrer Nöte aus den Innenstädten ferngehalten und gelangen somit nicht ins gesellschaftliche Bewusstsein. Um auch darauf aufmerksam zu machen wird die Protestaktion der Medizinischen Flüchtlingshilfe in die Innenstadt getragen.


Für weitere Fragen und Informationen stehen wir gern zur Verfügung


Medizinische Flüchtlingshilfe Göttingen e.V.

c/o Migrationszentrum

Weender Straße 42

Email:mfh.goe@gmx.de

http://www.gesundheitsversorgung-fuer-alle.de/


Die gemeinsame Erklärung des Protestbündnisses findet sich hier:

http://www.medico.de/themen/gesundheit/dokumente/gemeinsame-erklaerung-zum-world-health-summit-in-berlin/3616/

Selbstdarstellung des World Health Summit:

http://www.worldhealthsummit.org/


Vortrag mit Diskussion zum Thema:
"Medizinische Versorgung von Menschen ohne Papiere mit Bezug zur aktuellen Flüchtlingspolitik in Deutschland"
am Mittwoch, den 30.09.2009 um 18:00 Uhr im Stadtteilbüro Leineberg



leineberg

Weltweit sind Millionen Menschen auf der Flucht. Sie verlassen Ihre Heimat um Krieg,
Unterdrückung, wirtschaftlicher Ausbeutung und Perspektivlosigkeit, Verwehrung der
grundlegendsten Menschenrechte oder Naturkatastrophen zu entgehen. Migration und Flucht sind
ein globales Phänomen mit globalen Ursachen.
Die medizinische Flüchtlingshilfe ist bundesweit vertreten und versucht sich insbesondere der
Menschen anzunehmen, die in Deutschland keinen gesicherten Zugang zur Gesundheitsversorgung
haben, weil Sie papierlos sind oder keine Krankenversicherung haben. Prinzipiell würde der Staat
für Behandlungskosten aufkommen, nur leider schafft das Deutsche Ausländerrecht eine Situation,
in der Betroffene gefährdet sind an die Ausländerbehörde gemeldet und damit potenziell
abgeschoben zu werden. Solange die medizinische Behandlung mit der Gefahr der Abschiebung
verbunden ist, werden viele aus Angst keine medizinische Versorgung in Anspruch nehmen. Wir
stellen einen anonymen und diskreten Kontakt zu vertrauenswürdigen Ärzten und Krankenhäusern
her, Begleiten zu den Arztterminen und versuchen aufkommende Kosten zu decken. Besonders
problematisch sind Patienten, die eine psychologische Betreuung brauchen, um beispielsweise
Traumata während der Flucht oder dem Herkunftsland zu verarbeiten, denn es ist äußerst schwierig
eine lang andauernde Verbindung zu einem Psychologen in der jeweiligen Muttersprache
herzustellen. Auch Schwangere bedürfen einer längeren Betreuung und gerade Ihre Kinder werden
in einer rechtlich und sozial sehr unsicheren Situation geboren.
Die Arbeit der medizinischen Flüchtlingshilfe setzt bei konkreter Hilfe an. Wir vergessen trotzdem
nicht, dass unser Bemühen am Ende einer langen Kette von Faktoren ansetzt, die zu dieser
schwierigen Situation geführt haben. In der Hoffnung, dass irgendwann die politischen
Bedingungen derart verändert werden, dass unsere Arbeit nicht mehr notwendig ist, versucht das
Medinetz in Deutschland auch politische Entscheidungen zu beeinflussen, um für eine gerechte
Versorgung aller Bedürftigen unabhängig vom Aufenthaltsstatus zu sorgen.


Bleiberecht jetzt - Für Alle.

Gesundheitsversorgung jetzt – Für Alle


Workshop im Rahmen des Queer_Feministisches Festival am 22. August 2009 im Café Kabale um 19 Uhr

Die medizinische Flüchtlingshilfe Göttingen e. V. setzt sich für eine gerechte medizinische Versorgung von MigrantInnen und Illegalisierten ein. Durch unsere Beratung und Vermittlung sollen diesen Menschen der Zugang zur medizinischen Grundversorgung erleichtert werden. Im Rahmen unserer Veranstaltung wollen wir euch informativ und anschaulich ein Bild von unserer Arbeit geben, die Missstände der medizinischen Versorgung im Rahmen der deutschen Migrationspolitik erläutern und mit euch zusammen Zukunftsperspektiven diskutieren.


http://www.sanfrancis-at-kabale.de/



überregional



Veranstaltung zum Widerstand im Abschiebgefängnis Büren September 2007

-- Dienstag, 18.09.2007 --- 20:00 Uhr --- DGB-Haus --- Obere Masch 10 --- Göttingen

- Veranstaltung zum Widerstand aus dem Abschiebeknast Büren -

Seit dem 2. September 2007 verweigern Häftlinge im Abschiebeknast Büren die Nahrung, um die Lebensumstände im Lager anzuprangern und ihrer Forderung nach der Schließung aller Abschiebelager Nachdruck verleihen.

In Deutschland und anderen europäischen Ländern werden Flüchtlinge und Migrant_innen in Abschiebelagern unter Bedingungen untergebracht, die ganz unverhohlen „abschreckend“ sein sollen und dies auch definitiv sind. Abschreckend einerseits für die Inhaftierten, die dort über Monate bis zu ihrer Abschiebung festgehalten werden. Abschreckend andererseits für Menschen, die vorhaben, nach Europa zu migrieren.

Teil des Systems der Abschiebelager ist die JVA Büren in Nordrhein-Westfalen, die seit 1994 Platz für 530 Häftlinge bietet und von der aus jährlich ungefähr 2500 Menschen abgeschoben werden.

Die Lagerleitung in Büren versucht derzeit alles, um den Hungerstreik der Flüchtlinge herunterzuspielen. Noel Assanga, ein Wortführer des Streiks, wurde z.B. vor einigen Tagen entlassen, um den Hungerstreik ins Stocken zu bringen.

In der Veranstaltung wird Frank Gockel, Sprecher des Vereins Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V., über die Lebensbedingungen in der Abschiebehaftanstalt Büren berichten. Außerdem wird es um den aktuellen Widerstand gegen die Einrichtung gehen und die Repression, mit der die Lagerleitung dabei gegen die Insassen vorgeht.
Zur Ergänzung wird es einen 20-minütigen Film geben, der die Bedingungen in der Anstalt und vergangene Hungerstreiks thematisiert.

„Wir rufen zur Schließung aller Abschiebeknäste und unmenschlicher Gefängnisse auf, in Deutschland und dem Rest der Welt“ (Abschiebehäftlinge in Büren)

--- Dienstag, 18.09.2007 --- 20:00 Uhr --- DGB-Haus --- Obere Masch 10 --- Göttingen

Unterstützt von der medizinischen Flüchtlingshilfe Göttingen

<Ankündigungstext>



Vom Traum zum Trauma

Referent: Ibrahim Özkan, Diplom Psychologe
Im gesundheitlichen und psychosozialen Kontext ist die Migrationssituation von besonderer Bedeutung: sie begrenzt von institutioneller Seite die Hilfe, sie wirkt an der Krankheitsentstehung und/oder dem Krankheitsverlauf maßgeblich mit. Es gibt Informationsdefizite und Vorbehalte auf der einen und Unkenntnis oder Stereotype hinsichtlich kulturell gebundener Symptome auf der anderen Seite. So gelangt psychiatrische und psychotherapeutische Hilfe und Versorgung gar nicht oder nicht angemessen zu Menschen, die aufgrund von vielfach traumatisierenden Lebenssituationen und –verläufen besonders gefährdet und bedürftig sind.



Medizinische Versorgung und Unterstützung Illegalisierter in Göttingen

Vorstellung der Kampagne für eine kostenlose Gesundheitsversorgung
Mit: medizinische Flüchtlingshilfe Göttingen, AK Asyl, Migrationszentrum, Integrationsrat, Zukunftswerkstatt, ökumenischer AK Asyl
Auch in Göttingen lebt eine große Zahl Menschen ohne gültige Papiere. Die medizinische Versorgung illegal hier lebender MigrantInnen wird durch weitreichende Ignoranz der Behörden und strafrechtliche Folgen für Unterstützerinnen unmöglich gemacht. Trotzdem setzen sich Gruppen dafür ein und damit auseinander. Es geht nun um die Entwicklung einer Kampagne zur kostenlosen Gesundheitsversorgung für Illegalisierte.



„SpuK“ – Projekt für eine effektive Gesundheitsversorgung

Mit: Gisela Penteker, praktische Ärztin und engagiert im Flüchtlingsrat Niedersachsen

Seit Juli 2002 wird mit dem Projekt „SpuK - Sprache und Kultur: Grundlagen für eine effektive Gesundheitsversorgung” an der Verbesserung der medizinischen und psychotherapeutischen Versorgung von Flüchtlingen und Asylsuchenden gearbeitet. Flüchtlinge und Asylsuchende werden selbst zu „Sprach- und KulturmittlerInnen” ausgebildet. Es hat sich ein Netzwerk gebildet aus PsychologInnen, ÄrztInnen und JuristInnen, die im Falle medizinischer oder sozialer Probleme interdisziplinär handeln können.



 

Invisible illegal in Europa - Film über den Alltag illegalisierter MigrantInnen in Europa

Mit: Regisseur Andreas Voigt

Invisible erzählt die bewegenden Geschichten von fünf Flüchtlingen, die illegal in Europa leben, erzählt von ihren Hoffnungen, ihrer Suche nach Glück und Liebe und Zuhause und davon, was ihnen dabei widerfährt.



Gesundheitsversorgung Illegalisierter – ein europäischer Vergleich

Mit: Arnold Rekittke und Wiebke Würflinger

Medizinische Flüchtlingshilfe Berlin

In Deutschland sind illegalisierte Migrantinnen und Migranten durch den „Schlepperparagraphen” und die Verpflichtung zur Denunziation de facto von einer medizinischen Versorgung ausgeschlossen. In vielen anderen europäischen Staaten gibt es unterschiedliche Modelle einer Gesundheitsversorgung.

 
 

„…dass sie uns nicht vergessen…“ - Studie über Menschen in der Illegalität in München

Mit: Philip Anderson, freier Migrationsforscher

Zur tatsächlichen Lebenssituation von Migrantinnen und Migranten ohne Aufenthaltsstatus gibt es wenig empirische Daten. Die von der Stadt München in Auftrag gegebene Studie befasst sich eingehend mit alltäglichen Unmöglichkeiten, wie Arbeit, Bildung oder medizinischer Versorgung von Menschen in der Illegalität. Der Verfasser beschreibt ebenso Perspektiven und Möglichkeiten auf kommunaler wie staatlicher Ebene, die die Alltagssituation verbessern könnten.



Kinder ohne Papiere - Recht auf Bildung?

Mit: Ralf Fodor, Rechtsanwalt

Natürlich gibt es auch in Göttingen Kinder, deren Eltern keinen gültigen Aufenthaltsstatus haben. Auch wenn einige von ihnen in eine öffentliche Schule gehen, so ist dies für sie und ihre Eltern nicht ungefährlich. Zudem fürchten die Schulleitungen und die Lehrerinnen und Lehrer, dass auf sie rechtliche Probleme zukommen, wenn sie „Sans Papiers“ bzw. „Illegale“ unterrichten.
Wie das Recht auf Bildung auch für Kinder ohne Papiere durchgesetzt werden kann und ob die Befürchtungen berechtigt sind, wird am 27. Oktober in einer Veranstaltung unserer Initiative „Gesundheitsversorgung und Bildung für alle“ diskutiert. Zu Gast wird Rechtsanwalt Ralf Fodor aus Berlin sein. Er hat jüngst für die GEW-Hessen ein Rechtsgutachten erstellt, in dem es um die rechtliche Situation von Kindern ohne Aufenthaltsstatus in hessischen Schulen und Kindergärten geht. In seinem Vortrag wird Ralf Fodor die Ergebnisse seines Gutachtens und die aktuelle rechtliche Situation vorstellen.
Unsere Initiative „Gesundheitsversorgung und Bildung für alle“ setzt sich dafür ein, dass Kinder ohne Aufenthaltsstatus einen ungehinderten Zugang zu Kindergärten, Bildung und Schulabschlüssen erhalten. Im Frühjahr haben wir in einer Veranstaltungsreihe auf die schlechte Gesundheitsversorgung von Sans Papiers in Göttingen aufmerksam gemacht. Mit politischen Aktionen und in Zusammenarbeit mit lokalen Einrichtungen und Organisationen wollen wir die Situation von Sans Papiers verbessern.



Presse


Artikel aus dem Tagessatz:

Krank ohne Papiere

Andrea Tiedemann


"Kranksein gehört zum Menschsein. Doch was passiert mit denen, die keine Papiere haben? Im Kampf gegen Angst, Unwissenheit und Sprachbarrieren bieten medizinische Hilfsorganisationen Unterstützung an.

Das Hauptproblem der Leute ist, dass sie Angst haben, zum Arzt zu gehen“, erzählt Hannah, Mitarbeiterin der Medizinischen Flüchtlingshilfe Göttingen. Grund für die Angst ist oft Unwissenheit. „Die meisten Patienten denken, dass ein Arzt sie melden muss.“ Auch Ärzte sind oft in Unkenntnis darüber, ob sie sich strafbar machen, wenn sie einen Menschen ohne Papiere behandeln. „Viele Ärzte denken, sie müssten die Patienten melden, was aber nicht stimmt“, klärt Hannah auf. Nach der Rechtslage sind nur öffentliche Stellen verpflichtet, Menschen ohne Papiere zu melden. Ein niedergelassener Arzt ist aber keine öffentliche Stelle. Die vermutete rechtliche Grauzone führt dazu, dass viele Ärzte die Behandlung einfach ablehnen. Auch die Finanzierung ist ein großes Hindernis. Ein Arzt kann seine Behandlung nur dann beim Sozialamt abrechnen, wenn der Patient gemeldet ist.

Die Medizinische Flüchtlingshilfe hat ihre Räume mitten in der Innenstadt von Göttingen. Jeden Donnerstag ist hier Sprechstunde. Knapp zehn ehrenamtliche Mitarbeiter, größtenteils Medizinstudenten, betreuen dann im Wechsel die Patienten. Pro Woche kommen etwa zwei bis drei neue Fälle dazu. Manche kommen nur einmal, manche werden länger betreut. Dabei behandelt die Flüchtlingshilfe nicht selber, sondern stellt den Kontakt zu Ärztinnen und Ärzten her oder hilft bei bürokratischen Schwierigkeiten. Medizinstudentin Hannah erklärt, dass viele Menschen sogar einen Anspruch auf Krankenversicherung haben. „Häufig sind die Leute übers Sozialamt krankenversichert, sie wissen nur nicht, wie es funktioniert.“ Beim ersten Kontakt ist daher zunächst wichtig, herauszubekommen, ob der Betroffene eine Krankenversicherung hat oder nicht. Dabei müssen die Mitarbeiter sehr einfühlsam vorgehen. „Häufig verschreckt es die Leute wahnsinnig. Die haben viel Fragerei hinter sich, meistens sind es Leute, die ein Asylverfahren durchgemacht haben, nicht angenommen worden sind“, erklärt Hannah das Problem. Doch auch wenn gar keine Papiere vorhanden sind, gibt es Lösungsmöglichkeiten. Die Flüchtlingshilfe hat eine Liste von Ärztinnen und Ärzten, die nicht nach Namen fragen. Alle Fachrichtungen sind hier vertreten, vor allen Dingen Allgemeinmediziner und Gynäkologen sind gefragt. Häufig sind es Schwangerschaftsbetreuungen, bei denen Migrantinnen Unterstützung brauchen.

Manche der Ärzte behandeln kostenlos, andere rechnen einen einfachen Satz ab, den dann die Flüchtlingshilfe übernimmt. „Das Schwierigste ist eigentlich immer, über die Sprechstundenhilfe hinaus zum Arzt zu kommen. Wenn man das geschafft hat, hört man relativ schnell, wie der Arzt dazu steht. Es gibt dann Leute, die sagen: Was geht mich das Ganze an? Und andere, die sofort Feuer und Flamme sind und froh, dass sie eine Gelegenheit haben, sich zu engagieren“, freut sich Hannah. Auch die Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe selber waren lange Zeit unsicher, wie sie sich aufgrund der unklaren Rechtslage verhalten sollten. Dabei gab es noch nie ein Verfahren gegen Mitarbeiter von medizinischen Flüchtlingshilfsorganisationen. „Es gibt lauter rechtliche Gutachten, die sagen, eine Klage in die Richtung hätte keine Chance. Seitdem sind wir ein bisschen selbstbewusster geworden.“

Migranten verschiedenster Nationalitäten wenden sich an die Organisation. Eine Kooperation mit dem Migrationszentrum Göttingen, in dessen Räumen die Flüchtlingshilfe arbeitet, macht die Verständigung möglich: Sie stellen einen Dolmetscherdienst zur Verfügung. Wie wichtig kultursensible und medizinisch geschulte Dolmetscher sind, macht Hannah an einem Beispiel deutlich: „Im Türkischen sagt man, ‚die Leber brennt‘, wenn man sehr traurig ist. Der Arzt denkt dann natürlich, der Patient hat Bauchweh. Er geht dann nicht von einer Depression aus.“

Finanziert wird die Organisation aus Spenden, und auch die Stadt gibt einen jährlichen Zuschuss aus dem Sozialfonds. „Das widerspricht sich etwas“, sagt Hannah, „das, was wir machen, ist zwar legal, die Stadt will aber eigentlich nicht, dass Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis nach Göttingen kommen. Gleichzeitig ist es aber auch ihre Aufgabe, diese Menschen zu versorgen. Wenn tatsächlich jeder zum Arzt gehen würde und das übers Sozialamt abrechnen lassen würde, wäre es natürlich für die Stadt viel teurer, als wenn wir ein bisschen Geld von der Stadt bekommen und viel über Spenden und Ehrenämter regeln. Die Stadt gibt da schon viel Verantwortung ab.“ Der Kontakt mit den Behörden sei oft schwer, es habe schon Fälle gegeben, in denen medizinische Hilfsmittel, auf die ein Anspruch besteht, nicht bewilligt wurden: „Jemand, der auf Grundlage von Gutscheinen lebt, bekommt seine Brille oder Gehhilfe nicht bezahlt. Momentan finanzieren wir eine Halskrause. Das sind Sachen, so siebzig Euro, woher soll man die nehmen, wenn man nur dreißig Euro Taschengeld hat?“ Auch bei psychiatrischer und psychologischer Hilfe stellen sich die Behörden oft stur. Auch wenn die Behandlung gar nicht verweigert werden dürfte, werden die Betroffenen abgewiesen. Dabei sind gerade psychologische Probleme häufig der Grund für die Patienten, in die Sprechstunde zu kommen. „Die meisten Migranten, mit denen wir zu tun haben, haben irgendeine Art von Traumatisierung hinter sich. Die haben alle schlimme Dinge erlebt“, berichtet Hannah.

Neben der praktischen Arbeit mit Ärzten und Patienten bringt die Flüchtlingshilfe auch die politische Arbeit voran. Das Konzept des Anonymisierten Krankenscheins wird zurzeit mit Verantwortlichen verschiedener Parteien diskutiert. Hannah erklärt, was der Hintergrund des Konzepts ist: „Es geht darum, die Abrechnung zu erleichtern. Jemand könnte dann zum Arzt gehen und hätte einen Krankenschein, auf dem statt seines Namens ein Code steht. Der Arzt könnte dann über diesen Krankenschein beim Sozialamt abrechnen.“ Das Konzept ist in mehreren deutschen Städten im Gespräch. Bis es zu einer umfassenden medizinischen Versorgung für alle Menschen in Deutschland kommt, ist es noch ein langer Weg.

Info
Medizinische Flüchtlingshilfe Göttingen e.V.
Weender Straße 42
0551-55766
www.mfh-goe.org

Sprechzeiten (zurzeit): Donnerstag 16-17 Uhr


§§-Hintergrund
Ursache für die Unsicherheit der Ärzte und Patienten ist der sogenannte „Schlepperparagraph“ (§ 96 AufenthG), der das Einschleusen von Ausländern, aber auch die ermöglichte Verlängerung eines illegalen Aufenthalts mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren ahndet."


http://www.tagessatz.de/content/start.html


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Radiobeitrag zur Initiative vom April 2005

Initiative will Hilfe für Flüchtlinge Ohne Papiere Gesundheitsversorgung und Weiterbildung sicherstellen/ „Schlepperparagraph“ kritisiert

Göttingen (epd). Eine neue Bürgerinitiative in Göttingen verlangt Hilfe für Flüchtlinge, die keine Papiere haben und in der Illegalität leben. Die Betroffenen seien faktisch von der Gesundheitsversorgung und den Bildungseinrichtungen ausgeschlossen, erklärte die Initiative „Gesundheitsversorgung für alle“ am Dienstag. Sie fordert vom Göttinger Stadtrat, auf kommunaler Ebene Lösungen zu finden. Der Migrationsforscher Holk Stobbe, Mitglied der Initiative, geht davon aus, dass allein in der Universitätsstadt „einige hundert“ Ausländer ohne Papiere und gesicherten Aufenthaltsstatus leben. Es könne nicht angehen, dass diese Menschen keinen Zugang zu regulärer medizinischer Versorgung hätten. Die Behörden kümmerten sich nicht um die Betroffenen, sondern wälzten diese „eigentlich öffentliche“ Aufgabe auf wenige Mediziner ab, die Flüchtlinge anonym und kostenlos behandelten. Diese Ärzte seien zudem stark verunsichert. Der so genannte „Schlepperparagraph“ im neuen Zuwanderungsgesetz sehe Haftstrafen von bis zu fünf Jahren für die wiederholte Unterstützung von Flüchtlingen ohne Aufenthaltsstatus vor. „Besonders prekär“ ist die Lage nach Darstellung der Initiative für schwangere Frauen in der Illegalität. Sie erhielten nur in der Mutterschutzfrist sechs Wochen vor bis acht Wochen nach der Geburt eine Duldung.

aus: Göttinger - Tageblatt vom 18. April 2005



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Versorgung „Illegaler“ - Gesundheits-Initiative berichtet im Sozialausschuss

Göttingen (bar). Über die Situation von Menschen ohne Aufenthaltsstatus - so genannte "Illegale" - in Göttingen hat im Sozialausschuss des Stadtrates die Initiative "Gesundheitsversorgung und Bildung für alle" berichtet. Die Gesundheitsversorgung dieser Bevölkerungsgruppen, so der Migrationsforscher Holk Stobbe, der Mitglied der Initiative ist, "kann nicht länger von einzelnen, engagierten Menschen geleistet werden. Wir müssen daran arbeiten, die Gesundheitsversorgung aller hier lebenden Menschen auf kommunaler Ebene sicherzustellen." Wenn die Stadt ihrem sozialen Auftrag gerecht werden wolle, müsse sie die Notwendigkeit einer kommunalen Lösung zur Gesundheitsversorgung dieser gefährdeten Bevölkerungsgruppe anerkennen, so Mela Weyerstall von der Initiative.

aus: Göttinger - Tageblatt vom 28. Juli 2005